Pendelexperiment Friedrichsdorf
Mit dem Pendelexperiment „Anders pendeln“ erprobt die Stadt Friedrichsdorf in Zusammenarbeit mit dem Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) neue Wege, den täglichen Arbeitsweg klimafreundlich und angenehmer zu gestalten. Das erste Pendelexperiment wurde bereits 2025 erfolgreich durchgeführt.
Im Juli 2026 startete ein weiteres Pendelexperiment
Stau, Stress und lange Parkplatzsuche prägen den Alltag vieler Pendler*innen.
Der Auftakt des Experiments fand am 14. Juli statt – und zwar mit der Übergabe der Räder durch den Vertragspartner Riese & Müller.
„Wir wollen Menschen dabei unterstützen, neue Routinen für ihren Arbeitsweg zu entwickeln“, sagt Bürgermeister Lars Keitel. „Wer Alternativen ausprobiert, stellt oft fest, dass Pendeln auch entspannter, gesünder und planbarer sein kann.“
„Viele sind überrascht, wie gut Alternativen im Alltag funktionieren. Genau dafür ist das Experiment da: ausprobieren, Erfahrungen sammeln und herausfinden, was zum eigenen Leben passt“, ergänzt Mobilitätsmanager Sven Wingerter.
Das bedeutet auch, den eigenen Alltag neu zu organisieren – etwa bei Zeitplanung, Wetter oder praktischen Abläufen. Erfahrungsgemäß braucht es einige Wochen, bis sich neue Routinen etablieren. Die Teilnehmenden werden individuell zu ihrem Arbeitsweg beraten und können anschließend für mehrere Monate kostenlos alternative Mobilitätsangebote testen – etwa E-Bikes, E-Lastenräder oder den öffentlichen Nahverkehr.
„Die Veränderung einer Routine wie zum Beispiel der gewohnte Weg zur Arbeit ist der Dreh- und Angelpunkt für eine nachhaltige Alltagsmobilität“, sagt Luca Nitschke, Mobilitätsforscher am ISOE. „Diese Veränderung ist mit einer mitunter intensiven Umgewöhnung und vielen Fragen verbunden, die wir während des Pendelexperiments mit den Teilnehmenden angehen wollen.“
Was ist der beste Weg, um mit dem Fahrrad zum Arbeitsplatz zu kommen? Welche Ausrüstung brauche ich, um alles transportieren zu können und jedem Wetter gewachsen zu sein? Wie lange brauche ich für den neuen Arbeitsweg und welche anderen Alltagswege kann ich ohne Auto unternehmen? Die Antworten, die die Teilnehmenden finden, werden im Rahmen des Experiments auch an die Bürgerinnen und Bürger sowie die Planungsverantwortlichen in der Region weitergegeben.
„Solche Experimente zeigen konkret, wie Mobilitätswende im Alltag funktioniert. Mit der Förderung schaffen wir als Verband die Grundlage dafür, dass Kommunen diese neuen Wege erproben können. Gleichzeitig treiben wir damit die Verknüpfung von ÖPNV, Rad- und Fußverkehr sowie von Carsharing-Angeboten in der Region weiter voran“, sagt Rouven Kötter, Erster Beigeordneter des Regionalverbands FrankfurtRheinMain.
Wenn Sie sich über den Fortgang und den Verlauf des Experiments informieren möchten, empfehlen wir Ihnen den Instagram-Seiten des Projekts und des Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) zu folgen:
@transform.region (https://www.instagram.com/transform.region)
@isoe_institut (https://www.instagram.com/isoe_institut/)
@friedrichsdorf_taunus (https://www.instagram.com/friedrichsdorf_taunus/)
Ansprechperson für das Pendelexperiment 2026:
Rückblick auf das Pendelexperiment in 2025
Zwischen Juni und Oktober 2025 haben 38 Personen mit Wohn- oder Arbeitsort in Friedrichsdorf am Pendelexperiment teilgenommen. Ziel war es, Arbeitswege mit dem E-Bike, dem E-Lastenrad oder (in Kombination mit) dem ÖPNV anstelle des Autos zurückzulegen. Dazu wurden den Teilnehmenden E-Bikes kostenlos zur Verfügung gestellt, sowie Kosten für ÖPNV-Tickets und Sharing-Angebote erstattet.
Das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) hat das Pendelexperiment außerdem vor, während und nach dem Erprobungszeitraum wissenschaftlich begleitet und Befragungen durchführte.
„Die Veränderung des Arbeitsweges ist eine lernintensive Umstellung. Pendelexperimente sind ein guter Weg, um Veränderungs- und Lernprozesse anzustoßen“ Luca Nitschke, ISOE
Um den Umstieg auf klimaschonende Mobilität möglichst einfach zu gestalten, konnten die Teilnehmenden eine individuelle und persönliche Mobilitätsberatung in Anspruch nehmen.
Von dem Experiment erhofften sich Teilnehmende neue Möglichkeiten für ihre Pendelwege auszuprobieren. Auch der Wunsch nach mehr Bewegung, Zeit und Geld zu sparen und ohne Auto nachhaltiger zu pendeln, wurden als Gründe für die Teilnahme genannt.
Während des Experiments konnten Teilnehmende per Chat mit den Organisatoren in Kontakt treten sowie Fragen und Erfahrungen teilen. Beim Austauschformat „Meet-your-local-planner“ gab es zudem die Möglichkeit in direkten Dialog mit Planerinnen und Planern zu treten und die Erfahrungen aus dem Experiment, z.B. bezüglich Anforderungen an Fahrradinfrastruktur und ÖPNV-Taktung, zu diskutieren.
Die Ergebnisse des Pendelexperiments zeigen: Viele Wege lassen sich auch ohne Auto bequem und effizient zurücklegen. Gleichzeitig liefert das Experiment wertvolle Impulse für die zukünftige Mobilitätsgestaltung und verdeutlicht, wie Veränderungen im Alltag gelingen können, wenn Rahmenbedingungen und Motivation stimmen.
Vorgestellt wurden die Ergebnisse im Rahmen des 3. Mobilitätsforums zum integrierten Mobilitätskonzept der Stadt Friedrichsdorf.
Hier können Sie die gesamten Ergebnisse des Pendelexperiments in Friedrichsdorf einsehen.