Stadt Königstein i. T.

PV-Anlage auf dem Parkplatz des Freibades 

Kurz gesagt: Für den Parkplatz des Freibades in Königstein i.T. wird geprüft, ob eine Photovoltaik-Anlage technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist. Der regenerativ erzeugte Strom könnte dort für den Betrieb des Schwimmbades genutzt werden. 

Bild: Parkplatz des Freibades von Königstein i.T (Quelle: Institut für Energiesystemtransformation der Sonneninitiative (IE-Si))


Hintergrund 

Der Stromverbrauch eines Freibades ist insbesondere in den Sommermonaten sehr hoch. Während der Öffnungszeiten wird viel Energie benötigt, um die Technik für den Badebetrieb zu betreiben. Gerade in dieser Zeit könnte eine große Photovoltaikanlage (PV-Anlage) einen erheblichen Teil des benötigten Stroms liefern –Strombedarf und Sonnenstunden passen hier perfekt überein. 

Ein geeigneter Standort für eine solche PV-Anlage ist der angrenzende Parkplatz des Freibades. Die Errichtung einer Solaranlage über einem Parkplatz ist jedoch kostenintensiver als eine klassische Dach- oder Freiflächenanlage. Daher ist es besonders wichtig, die Wirtschaftlichkeit sorgfältig zu prüfen. Gleichzeitig bietet ein solches „Solar-Carport“ auch Vorteile für die Besucherinnen und Besucher des Freibades: Die parkenden Autos sind im Sommer vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt. 

In Königstein i. T. könnte ein zukunftsweisendes Projekt entstehen, das erneuerbare Energien fördert, zur lokalen Energiewende beiträgt und gleichzeitig einen praktischen Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger bietet. 

Gute Beispiele und Vorbilder

Um von bestehenden Erfahrungen zu profitieren, wurde zudem ein Austausch zwischen der Stadt Königstein und der Energiegenossenschaft EGIS organisiert. Diese hat ein vergleichbares Projekt erfolgreich in Töging am Inn auf dem Parkplatz eines Freibades umgesetzt. 

Im Winter 2025/2026 wurde auch im Nachbarort Kronberg eine Photovoltaikanlage am Schwimmbad installiert.

Erstellung einer Machbarkeitsstudie 

Im Rahmen des Projekts transform-R wird die Stadt Königstein im Taunus bei der Planung einer solchen PV-Anlage auf dem Freibadparkplatz begleitet. Zur Konkretisierung des Vorhabens wurde im ersten Schritt eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, die über das Projekt transform-R finanziert wurde. Diese Studie untersuchte die baulichen Voraussetzungen des Parkplatzes, verschiedene technische und wirtschaftliche Umsetzungsmöglichkeiten sowie mögliche Betreibermodelle. Die Machbarkeitsstudie wurde von Herbst 2025 bis März 2026 von der Sonneninitiative e.V. erstellt. 

Ergebnis der Machbarkeitsstudie

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass der Bau von Photovoltaik-Carports auf dem Parkplatz des Freibads technisch gut machbar ist und wirtschaftlich sinnvoll erscheint. Es wurden drei Varianten untersucht:

  • Variante A: Maximale Ausnutzung des Parkplatzes mit 87 überdachten Stellplätzen, ca. 250 kWp PV-Leistung, Batteriespeicher (320 kWh) und vier Ladepunkten für E-Fahrzeuge. Damit könnten etwa 71% des Strombedarfs des Freibads und der E-Fahrzeuge durch die PV-Anlage gedeckt werden. Die Amortisationszeit beträgt ca. 23,7 Jahre. 

  • Variante B: Weniger Stellplätze (54), geringere PV-Leistung (156 kWp), kleinerer Speicher (112 kWh). Der Autarkiegrad sinkt auf 58%, die Amortisationszeit liegt bei ca. 19,9 Jahren.

  • Variante C: Wie Variante B, aber ohne Batteriespeicher. Autarkiegrad 47%, Amortisationszeit ca. 21,1 Jahre.

In allen Varianten kann die Anlage durch Einsparungen beim Stromeinkauf finanziert werden. Die erzeugte Energie wird größtenteils vor Ort verbraucht, nur ein kleiner Anteil wird ins Netz eingespeist. Die technische und wirtschaftliche Machbarkeit ist gegeben, und die Investition ist langfristig rentabel.

Wissenschaftliche Begleitung 

Die Entwicklung des Parkplatz-Photovoltaikprojekts wird vom ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg wissenschaftlich begleitet. Ziel ist es, die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen aus Königstein systematisch aufzubereiten und auch anderen Kommunen zur Verfügung zu stellen. So soll das Projekt dazu beitragen, zukünftige Vorhaben im Bereich Parkplatz-Photovoltaik zu erleichtern und die Verbreitung dieser nachhaltigen Lösung überregional zu fördern. 

 

Ansprechpartner in Königstein: Daniel Zink (Klimaschutzmanager)