Pendelexperiment im Main-Kinzig-Kreis
Alternativen zum Pendeln

Stau, Stress und lange Parkplatzsuche prägen den Arbeitsweg vieler Menschen. Aber wie lässt sich Pendelmobilität komfortabler gestalten? 

Reallabore für nachhaltige Mobilität können einen Einstieg in neue Alltagsroutinen bieten. 

Im Main-Kinzig-Kreis eröffnet sich Bürgerinnen und Bürgern damit die Möglichkeit, auf ökologisch und sozial verträgliche Verkehrsmittel umzusteigen. Das Experiment wird von der Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig (KVG) in Zusammenarbeit mit dem ISOE durchgeführt.

Collage Riese und Müller © Riese und Müller

Aktuell nehmen 59 Personen aus dem Main-Kinzig-Kreis an dem Projekt teil. Davon testen 44 Personen ein E-Bike, 12 Personen ein E-Lastenrad und 12 Personen den öffentlichen Nahverkehr (9 davon in Kombination mit dem E-Bike oder E-Lastenrad).

Der Auftakt des Experiments fand am 16. Juni in Gelnhausen und am 18. Juni in Maintal statt – und zwar mit der Übergabe der Räder durch den Vertragspartner Riese & Müller.

Bis Ende Oktober haben die Teilnehmenden Gelegenheit, sich in ihren neuen Pendelalltag einzufinden und neue Routinen aufzubauen. „Wir erhoffen uns vom Pendelexperiment, dass die Teilnehmenden die Vorteile nachhaltiger Mobilität entdecken und weitere Bürgerinnen und Bürger in der Region ermutigt werden, Alternativen zum Auto auszuprobieren“, erläutert Jannik Marquart, Kreisbeigeordneter und Kreisverkehrsdezernent.

Die Stadt Maintal hat während der Bewerbungsphase großes Interesse an dem Projekt gezeigt. Kein Wunder also, dass besonders viele Teilnehmende in Maintal leben oder arbeiten. „Maintal liegt zwischen Frankfurt und Hanau – viele Menschen pendeln hierher, häufig mit dem Auto. Das Pendelexperiment soll dazu beitragen zu zeigen, dass Bürgerinnen und Bürger aus Maintal mit dem Fahrrad und in Kombination mit dem Stadtbusverkehr gut zur Arbeit kommen können“, so Monika Böttcher, Bürgermeisterin der Stadt Maintal.


Dreh- und Angelpunkt für nachhaltige Mobilität: Veränderungen von Routinen

Bild vergrößern: Der Hessische Rundfunk interviewt einen Teilnehmer des Pendelexperiments.
Der Hessische Rundfunk interviewt einen Teilnehmer des Pendelexperiments.

„Die Veränderung einer Routine wie zum Beispiel der gewohnte Weg zur Arbeit ist der Dreh- und Angelpunkt für eine nachhaltige Alltagsmobilität“, sagt Luca Nitschke, Mobilitätsforscher am ISOE. „Diese Veränderung ist mit einer mitunter intensiven Umgewöhnung und vielen Fragen verbunden, die wir während des Pendelexperiments mit den Teilnehmenden angehen wollen.“ Was ist der beste Weg, um mit dem Fahrrad zum Arbeitsplatz zu kommen? Welche Ausrüstung brauche ich, um alles transportieren zu können und jedem Wetter gewachsen zu sein? Wie lange brauche ich für den neuen Arbeitsweg und welche anderen Alltagswege kann ich ohne Auto unternehmen? Die Antworten, die die Teilnehmenden finden, werden im Rahmen des Experiments auch an die Bürgerinnen und Bürger sowie die Planungsverantwortlichen in der Region weitergegeben.

Der Hessische Rundfunk hat über das Pendelexperiment berichtet. Den Beitrag können Sie hier sehen.

Wenn Sie sich über den Fortgang und den Verlauf des Experiments informieren möchten, empfehlen wir Ihnen den Instagram-Seiten des Projekts, der KVG Main-Kinzig und des Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) zu folgen:

@transform.region (https://www.instagram.com/transform.region)
@kvg_mainkinzig (https://www.instagram.com/kvg_mainkinzig)
@isoe_institut (https://www.instagram.com/isoe_institut/)