Alltagsmobilität neu erfinden – Reallabor zu Mobilitätsexperimenten geht in die zweite Runde

Stau, Stress und Parkplatzsuche sind alltägliche Begleiter vieler Autofahrer*innen. Doch wie lässt sich die Alltagsmobilität komfortabler und umweltfreundlicher gestalten? Nach dem erfolgreichen Start in Friedrichsdorf geht das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) gemeinsam mit der Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig (KVG Main-Kinzig), dem Verein Dorfbeweger e.V., dem Regionalverband FrankfurtRheinMain und der ivm GmbH in die zweite Runde der Mobilitätsexperimente. Ab Mai 2026 werden Bürger*innen aus dem Main-Kinzig-Kreis sowie den Kommunen Ortenberg, Glauburg und Ranstadt eingeladen, für mehrere Monate kostenlos alternative Verkehrsmittel zu testen und so einen Beitrag zur Mobilitätswende zu leisten.

Übergabe der Räder im Mobilitätsexperiment 2025

Das Pendleraufkommen ist in Deutschland in den letzten Jahren weiter angestiegen. Allein in der Region Frankfurt-Rhein-Main pendeln täglich mehr als eine halbe Million Menschen, überwiegend mit dem Auto. Und auch auf sonstigen Alltagswegen greifen viele Menschen auf das Auto zurück. Das hat nicht nur negative Folgen für die Umwelt, sondern auch für die Gesundheit und Lebensqualität der Menschen. Um den Umstieg auf verträglichere Verkehrsmittel auf dem Weg zur Arbeit und im restlichen Alltag zu vereinfachen, führt das ISOE mit seinen Partnern im Jahr 2026 zwei Mobilitätsexperimente durch. Hierfür werden Teilnehmende gesucht, die regelmäßige Arbeits- oder Alltagswege mit dem Auto zurücklegen und offen dafür sind, über einen Zeitraum von mehreren Monaten, zwischen Mai und August, Alternativen zu ihrem bisherigen Pendelalltag auszuprobieren.

Das Experiment zielt darauf ab, den Umstieg vom Auto auf nachhaltigere Verkehrsmittel wie E-Bikes, E-Lastenräder und den Öffentlichen Nahverkehr zu fördern. Teilnehmende erhalten umfassende Beratung zu ihrer Mobilität und können die ausgewählten Verkehrsmittel mehrere Monate lang kostenlos nutzen. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert.

„Der Aufbau neuer Mobilitätsroutinen braucht Zeit. Deshalb bieten wir den Teilnehmenden über mehrere Monate hinweg die Gelegenheit, alternative Verkehrsmittel auszuprobieren“, sagt Dr. Luca Nitschke, Projektleiter am ISOE. Ziel ist es, das erfolgreiche Modell aus der Stadt Friedrichsdorf auch im ländlichen Raum zu erproben und Mobilitätsexperimente langfristig als Instrument des Mobilitätsmanagements zu etablieren. „Mobilitätsexperimente helfen den Menschen, neue Verkehrsmittel in ihren Alltag zu integrieren, und leisten so einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigeren Mobilität“, erklärt Nitschke.

Das Experiment ist Teil des Forschungsprojekts transform-R, das in Kooperation mit dem Regionalverband FrankfurtRheinMain durchgeführt wird. Rouven Kötter, erster Beigeordneter des Regionalverbands, betont: „Der Regionalverband will als Mitinitiator des Forschungsprojekts nachhaltige Mobilität stärken und gemeinsam mit den Nutzern ausprobieren. Gerade im ländlichen Raum Oberhessen und dem Main-Kinzig-Kreis ist dies besonders spannend und notwendig. Moderne, nachhaltige Mobilität muss überall bequem, verlässlich, barrierefrei und attraktiv sein, egal ob man in der Stadt oder auf dem Land wohnt. Ich hoffe, dass sich viele Menschen an dem Projekt beteiligen werden.“

Langfristig verfolgt das Forschungsprojekt das Ziel Mobilitätsexperimente als dauerhaftes Angebot in der RheinMain Region zu etablieren.

Voraussetzungen für die Teilnahme an den Mobilitätsexperimenten von Mai bis August 2026

Bewerben können sich interessierte Personen (ab 18 Jahren), die im Main-Kinzig-Kreis oder den Kommunen Ortenberg, Glauburg oder Ranstadt wohnen und regelmäßig mit dem Auto pendeln – mindestens drei Mal wöchentlich über eine Strecke von mindestens drei Kilometern. Die Teilnahme ist kostenlos. Bewerbungen sind bis zum 1. Februar 2026 möglich. Weitere Informationen zur Teilnahme finden Sie unter Pendelexperiment Dorfbeweger und Pendelexperiment MKK.